Es war ein Empfang der ganz besonderen Art: rund 100 Merlins-Anhänger warteten vor der Mercedes Benz Arena in Berlin, als der Mannschaftsbus einfuhr, um ihre Zauberer noch ein letztes Mal vor dem MAGENTA SPORT BBL Pokalhalbfinale so richtig einzuheizen. Dann konnte es losgehen, das erste TOP FOUR der Crailsheimer Basketballgeschichte. Die HAKRO Merlins waren dem Finaleinzug nur noch einen Sieg gegen die Basketball Löwen Braunschweig entfernt. Letztes Selbstvertrauen tankten die Zauberer unter der Woche beim 87:81-Heimsieg gegen die JobStairs GIESSEN 46ers. Auch die Niedersachsen gingen dank des Erfolgs über ratiopharm ulm mit Rückenwind in die Begegnung, mussten jedoch auf ihren zweitbesten Schützen Robin Amaize verzichten, der bekanntlich verletzungsbedingt langfristig ausfällt. Die Löwen aus Braunschweig kamen zunächst besser in die Partie, im zweiten Viertel jedoch übernahmen die Zauberer die Führung und gingen mit einem Vorsprung von zehn Punkten in die Kabine. Zu Beginn der zweiten Hälfte kamen die Löwen noch einmal heran, doch die Crailsheimer machten im letzten Viertel den Deckel auf die Partie und gingen nach einem starken Auftritt als 85:71-Sieger vom Parkett. 26 Punkte machten TJ Shorts erneut zum Topscorer. Auch die beiden Scharfschützen Elias Lasisi (15) und Maurice Stuckey (12) trafen zweistellig. In der zweiten Halbfinalbegegnung zwischen ALBA BERLIN und den NINERS Chemnitz entscheidet sich der Finalgegner der HAKRO Merlins.
Berlin, 19.02.2022. Die HAKRO Merlins reisten mit einem vollen Kader in die Bundeshauptstadt. Alle Zauberer waren fit und vor allem heiß auf das TOP FOUR. Headcoach Sebastian Gleim schickte die Starting Five aus TJ Shorts II, Jaren Lewis, Maurice Stuckey, Kapitän Fabian Bleck und Bogdan Radosavljevic auf das Berliner Parkett. Letzterer holte dem Gästeteam den Sprungball, Fabi Bleck vergab darauf den ersten Dreierversuch. Die Partie eröffnete Braunschweigs Klassen, BBL-Topscorer Shorts glich im direkten Gegenangriff aus. Doch die Löwen kamen zunächst besser in die Partie und stellten nach Treffern von Brown und Peterka eine 8:2-Führung her. Sebastian Gleim ging daraufhin in die erste Auszeit. Boggy brachte als Reaktion seinen ersten Wurf von Downtown im Korb unter. Doch die Niedersachsen schafften es erneut, sich mit sieben Punkten abzusetzen. Point Guard Shorts vergab seinen Zusatzfreiwurf nach Foul von David Krämer, doch Richmond Aririguzoh holte das Leder wieder zurück und netzte anschließend per Dunk ein (9:12). Kurz darauf gingen auch die Basketball Löwen Braunschweig ins Time-out, doch die Crailsheimer waren jetzt nach einem durchwachsenen Start in die Partie gekommen – mit dem phänomenalen Support ihrer rund 350 mitgereisten Anhänger. Mit einem knappen 19:21-Rückstand beendeten die Halbfinalisten das erste Viertel.
Auch den zweiten Abschnitt eröffneten die Braunschweiger mit zwei Treffern von Brown (25:19), woraufhin die HAKRO Merlins in ihre zweite Auszeit gingen. Jaren Lewis verkürzte den Rückstand direkt im Anschluss von der Freiwurflinie auf vier Punkte und sammelte im nächsten Angriff drei weitere Punkte für die Crailsheimer nach einem And-one. Mit einem erfolgreichen Korbleger des Käpt’ns übernahmen die Zauberer die Führung in der Mercedes Benz Arena Berlin. Nach einem weiteren Treffer von Rich Aririguzoh zum 25:28 sah sich auch der Braunschweiger Headcoach Jesus Ramirez gezwungen, eine weitere Auszeit zu nehmen. Die Partie war längst auf Augenhöhe, doch zur Hälfte des zweiten Viertels gewannen die Hohenloher die Oberhand. Moe Stuckey bescherte mit einem Dreipunktetreffer eine Achtpunkteführung. Nach einer kurzen Unterbrechung aufgrund einer Verletzung von Point Guard Brown trafen die Braunschweiger erstmals seit fast vier Minuten in den gegnerischen Korb. Zauberer Stuckey entwickelte sich zum herausragenden Akteur des Durchgangs und sammelte wichtige Zähler für sein Team. Nach zwei Dreiern in Folge von Elias Lasisi und TJ Shorts zogen die HAKRO Merlins auf zwölf Punkte davon. Diesen Vorsprung konnte das Team von Sebastian Gleim zunächst auch halten und gingen mit einer 36:46-Führung in die Halbzeit. MVP-Kandidat Shorts hatte bereits in der ersten Hälfte 13 Punkte erzielt und vier Assists verteilt.
Die Basketball Löwen Braunschweig verkürzten direkt zu Beginn der zweiten Hälfte ihren Rückstand durch zwei Treffer von Downtown durch Peterka und Krämer auf zwei Punkte (44:46). Jetzt waren die HAKRO Merlins gefordert, ihre Führung nicht aus der Hand zu geben und an das starke zweite Viertel anzuknüpfen. Doch in der Offensive mussten die Zauberer weiter auf den ersten Treffer in der zweiten Hälfte warten. Krämer hingegen bescherte seinen Löwen das 47:46. Nach gut drei Minuten versenkte Ligatopscorer Shorts den Crailsheimern einen Korbleger. Es entwickelte sich wieder eine ausgeglichenere Begegnung. Doch beide Mannschaften ließen in der Offensive häufig Punkte liegen. Stuckey und Shorts schafften es durch ihre Treffer, erneut auszugleichen. Damit ging das vorletzte Viertel mit einem 57:57 zu Ende.
Jetzt zählte es: Mit einem Gleichstand ging es in den finalen Abschnitt, die HAKRO Merlins trennten nur noch zehn Minuten von der Sensation Finale. Doch da wollten auch die Braunschweiger Basketballer hin. Terrell Harris nahm sich einen Wurf von jenseits der Dreipunktelinie und netzte das orangene Leder in den gegnerischen Korb. Gleiches gelang auch Shorts, der damit die Führung für die Gästemannschaft wiederherstellte. Dann heizte der Point Guard die eigenen Anhänger nochmal richtig ein, die ihm in lauten Sprechgesängen antworteten und ihre Zauberer in die Crunchtime peitschten. Nach einem Dunking von Scharfschütze Lasisi zur 67:60-Führung gingen die Braunschweiger ins Time-out. Die HAKRO Merlins hatten sich nach einer schwächeren Phase im dritten Viertel zurückgekämpft und setzten sich nun auf zehn Punkte von den Löwen ab (60:70). Nur noch wenige Minuten trennten die Zauberer vor dem Finaleinzug und sie stabilisierten sich jetzt besonders in der Defensive, sodass sich dem Gegner wenig Chancen auf eine Aufholjagd boten. TJ Shorts versenkte einen seiner typischen Halbdistanzwürfen zum 66:77. War das bereits die Vorentscheidung? Nach einem weiteren Treffer vom quirligen Wirbelwind sahen sich die Basketball Löwen zum letzten Mal zur Auszeit gezwungen. Doch Terrell Harris baute den Crailsheimer Vorsprung nach einem Foul von Brandon Tischler weiter aus. Dann war es so weit: Die Schlusssirene im ersten TOP FOUR Halbfinale ertönte und besiegelte damit den 85:71-Erfolg der HAKRO Merlins über die Löwen aus Braunschweig. Was für ein Erfolg! Topscorer der Begegnung wurde einmal mehr TJ Shorts mit 26 Zählern . Auch die beiden Scharfschützen Elias Lasisi (15) und Maurice Stuckey (12) trafen zweistellig.
Jetzt richtet sich der volle Fokus auf das TOP FOUR Finale am Sonntagnachmittag (15 Uhr). Dort treffen die Zauberer auf den Sieger der zweiten Halbfinalbegegnung zwischen ALBA BERLIN und NINERS Chemnitz.
Stimme zum Spiel:
Sebastian Gleim: „Danke für die Glückwünsche. Jedes Team, das hier im Halbfinale steht, spielt guten Basketball. Wir wussten, dass Braunschweig immer wieder extrem starke Läufe hinlegt. Wir haben uns direkt zu Beginn des Spiels schwergetan, weil Braunschweig in der Phase besser war. Dann haben wir es eben vor allem defensiv geschafft, besser zu spielen, in den entscheidenden Phasen präsenter zu sein und unser Tempo anzunehmen. Wir konnten in vielen Fastbreaks scoren. Aber wir haben bei einigen Abschlüssen etwas zu sehr gezögert. Das wollen wir morgen unbedingt besser machen, in einem historischen Spiel für die HAKRO Merlins.“
Punkteverteilung
Shorts II (26 Pkt/3 Reb/9 Ass/3 Stl), Lewis (5 Pkt/5 Reb/3 Ass/1 Stl/1 Blk), Stuckey (12 Pkt/2 Reb/1 Ass/1 Stl), Lasisi (15 Pkt/4 Reb/3 Stl/1 Blk), Harris (7 Pkt/4 Reb/1 Ass), Bleck (6 Pkt/2 Reb/2 Ass/ 1 Stl), Kindzeka, D. Kovačević (1 Pkt), Radosavljevic (3 Pkt/3 Reb/1 Ass), Gudmundsson (2 Pkt/2 Reb), Aririguzoh (8 Pkt/8 Reb/1 Stl/1 Blk)
Viertelergebnisse: 21:19 | 15:27 | 21:11 | 14:28
Teamvergleich
Basketball Löwen Braunschweig |
HAKRO Merlins Craisheim |
|
Rebounds |
43 |
37 |
Assists |
15 |
17 |
Turnover |
19 |
11 |
Wurfquoten |
||
Field Goals |
37% (25/68) |
46% (32/70) |
Dreier |
29% (9/31) |
33% (8/24) |
Freiwürfe |
92% (12/13) |
76% (13/17) |