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Sportdirektor Ingo Enskat berichtet aus dem Trainingslager

Diary

Samstag, 01.09. - BELGRADE DIARY - EDITION FRANCE #2. Letzter Tag

Eigentlich gibt es heute bislang nichts zu erzählen. Gemeinsames Frühstück, Videoanalyse mit den Spieler, ein Spaziergang und dann wieder gemeinsames Mittagessen. Ein relativ normaler Tag zum Durchschnaufen, damit jeder beim Spiel gegen Brüssel nochmal ein gutes Spiel raushauen kann.

Ach ja, der Spaziergang war im Wald direkt neben der Sportanlage und wer schonmal in Crailsheim am Waldspielplatz den Trimm-Dich-Pfad gelaufen ist, kann die Augen zumachen und sieht dann fast genau, wie es hier aussieht. Interessant, da findet man das Spiegelbild der Heimat in der Ferne, hier irgendwo mitten in Frankreich.

Testspiel: Brüssel vs. Merlins 96:95

20.20 Uhr zeigt die digitale Zeitanzeige im Bus gerade an. Vor eine paar Minuten gab es noch ein letztes Abendessen bei unseren französischen Gastgebern. Hähnchenschenkel mit Spaghetti Bolognese, auch mal was Neues. In diesem Moment rollen wir gerade über die Stadtgrenze und die nächsten fünf Stunden geht es in Richtung Heimat, nach Deutschland, nach Crailsheim... ohne Sieg im Gepäck...

Zeit für ein Fazit. Oder doch noch erst zum Spiel gegen Brüssel. Katastrophaler Start, dann reingefunden ins Spiel, am Ende springt der letzte Wurf von Brion wieder aus dem Ring raus... 96:95 Brüssel.

Aber das wisst Ihr ohnehin schon aus dem Internet, denke ich.

Nun zurück zum Fazit. Vier Spiele, vier Niederlagen - muss ich mehr sagen? Also alles schlecht? Ich denke nicht - und „ich denke nicht“ heißt hier aber beileibe nicht, dass alles gut war. Trotzdem an dieser Stelle meine „positiven“ Gedanken. Die taktischen Probleme werden wir in Griff bekommen. Wir haben ein gutes Trainerteam, das kontinuierlich mit den Jungs an Abstimmung und Spielverständnis arbeiten wird. Wir haben gute Jungs im Team. Keine Quertreiber, keine Egoisten, keine faulen Äpfel. Die Teamchemie wird also passen. Gedanken mache ich mir über unsere Energie, unsere Intensität; das, was die Basis von allem ist. Da müssen wir zulegen! Im richtigen Moment auch mal „Arschloch“ sein und seine Gefühle auf dem Feld ausleben.

Und da kommt IHR ins Spiel. Die Jungs werden Euch brauchen. Ja, genau Dich! Die Saison in der BBL wird schwer; nichts ist selbstverständlich und schon gar nicht einfach. Wenn wir es schaffen, dass der Funke zwischen uns allen überspringt, dann wird die Energie entzünden und das Feuer anfachen, das wir alle bei unseren Heimspielen lieben. Ihr seid der Funke, die Jungs auf dem Feld das Brennholz, das entzündet wird - oder umgekehrt, ist mir völlig egal - Hauptsache, es brennt die Hütte in Crailsheim! Und jetzt? Heimfahrt. Eine halbe Stunde ist schon rum. Danke, dass Ihr mitgelesen habt! War schön mit Euch. Ich freu mich auf‘s eigene Bett. Wie so oft sind es die kleinen Dinge im Leben die zählen.


Freitag, 31.08. - BELGRADE DIARY - EDITION FRANCE #1

Auf nach Frankreich! Heute geht’s mal in die andere Richtung Europas. Unser Besuch führt uns nach Frankreich. Sonne, Essen, Lebenskultur... alles Dinge die zumindest wir in Frankreich nicht erleben (werden). Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich gerade aus dem Bus auf der Autobahn schreibe. Lebenskultur ist also eher begrenzt, da die Spieler jeder für sich über ihrem Handy hängen. Sonne gibt’s bestimmt, nur ist sie dummerweise irgendwo hinter den Wolken und das Essen gab es im deutschen Kloster. Also Pustekuchen bislang und vielleicht wäre meine Laune ja auch sonniger, wenn nicht um 6.30 Uhr ein Typ mit einer Kettensäge im Klostergarten begonnen hätte, an ein paar Bäumen herumzusägen.

Aber blicken wir nach vorne. So gegen 14.00 Uhr werden wir mit den Jungs im Sportzentrum in Vittel ankommen. Gegen 16 Uhr gibt’s dann noch einen kleinen Snack, bevor wir heute gegen Nancy antreten. Ein Club mit Historie im französischen Basketball, doch aktuell „nur“ Zweite Liga. Die heißt in Frankreich übrigens ProB und die Erste Liga heißt ProA, was manchmal zu Verwirrungen mit unserer Nomenklatur in Deutschland führen kann. Bin jedenfalls gespannt. Hoffe, dass die Jungs heute so richtig bereit sind und Spielfreude mit hartem Einsatz vereinen werden. Melde mich dann nachher, nach dem Spiel, wieder und widme mich jetzt erstmal der Lebensfreude im Bus, ähm, meinem Smartphone meine ich natürlich.

Testspiel vs. Nancy: 74:77

Hmmm, inzwischen ist es abends um 22.15 Uhr. Gerade ist das Spiel gegen Nancy zu Ende gegangen und lässt einen in vielen Dingen im Ungewissen. 77:74 ist es für unsere Gastgeber ausgegangen und so wirklich gut war unser Spiel nicht. Zwar eine tolle Phase im ersten Viertel und dann bis zum Ende drangeblieben, aber dieses letzte Quentchen, das ein gutes Spiel ausmacht, hat gefehlt. Am Ende, denke ich, ist es sogar besser verloren zu haben. Du lernst mehr aus Niederlagen, bist sensibilisierter und denkst nicht, dass schon alles passen würde, nur weil Du den letzten Wurf gemacht hast, anstatt ihn zu verfehlen. Wir haben noch viel zu lernen.

Angefangen bei trivialen Dingen, wie der Körpersprache, über technisch/taktische Abstimmung, bis hin zum Vermeiden absolut unnötiger Ballverluste. Ein Sieg hätte den Abend zwar schöner gemacht, aber vielleicht gerade deshalb auch über all das hinweggetäuscht.

Nun denn, wir können froh sein, solch qualitativ hochwertige Spiele schon zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung zu haben.
Und jetzt noch? Abendessen im Sportzentrum und dann ab ins Bett. Morgen ist ein neuer Tag.

 


Donnerstag, 30.08.2018 - Reisetag

Nach dem Teamabend am Tag zuvor, geht es an diesem Donnerstag noch einmal zum Training in die Halle. Von 11.30 bis 13.30 gab es neben deutlichen Worten auch ein Zerlegen der Grundaktionen im Early Offense. Tuomas hat nochmal einiges vereinfacht, um so den Jungs die Chance zu geben, schneller die Basiselemente auf dem Feld zu automatisieren. Definitiv ein guter Schritt.

Anschließend gab‘s noch ein letztes serbisches Mittagessen mit Reis und dicken Fleischknödeln. Sagen wir es mal so, die serbische Küche ist nicht zwingend etwas für Vegetarier und ob in dem Bananenkuchen zum Nachtisch nicht doch noch irgendwo ein halbes Schwein versteckt war, werden wir wohl nie erfahren.

Um 15.45 haben uns unsere Gastgeber dann wieder zum Flughafen gebracht, wo wir gleich einmal „fröhlich“ zur Kenntnis nehmen durften, dass nach dem Hinflug auch der Rückflug Verspätung haben wird. Letztlich alles halb so wild und kurz nach 21.00 Uhr haben wir wieder deutschen Boden unter den Füßen. Einen netten Empfang gab‘s auch noch. Unser Aufstiegs-Busfahrer Kim ist mit seinem Kröper Bus und Physio Alex da, um uns zur heutigen Unterkunft zu bringen. Für Martin, Wolfgang, Physio Chris und unsere Nachwuchsspieler geht es derweil wieder nach Crailsheim - nach Frankreich geht’s morgen nur mit den Profispielern.

Nach ein paar Nudeln zum Abendessen geht’s dann weiter ins Kloster. Kloster? Ja, nicht weil unsere Jungs für ihre Abstinenz bekannt sind, sondern weil heute Nacht unsere Herberge das Kloster Maria Hilf ist. Auch mal was anderes. Gute Nacht.

Mittwoch, 29.08.2018 - Testspiel gegen einen Top-Club

Es ist schon immer etwas Besonderes gegen RedStar zu spielen. Ein Club mit solch einer Tradition und Vergangenheit ist nicht oft in Europa zu finden. Da wacht man irgendwie gleich mit dem ersten Gedanken an den Abend auf und ist gespannt, was dann später beim Kräftemessen auf dem Feld folgen wird.

Das Training am Mittag ist heute eher taktisch und es wird weiter an den Feinheiten gefeilt. Setz den Block ein bisschen höher, warte auf den Pass dorthin, lies erst den Verteidiger... Das Mittagessen ist da weniger taktisch geprägt. Es gibt Fisch, mit oder ohne Gräten. Unser Coach Tuomas ist tapfer, nimmt als einziger den ganzen Fisch mit allen Gräten. Hoffe, er bekommt kein Piecing im Bauch... toughe Finnen.

16 Uhr. Auf geht’s zum Spiel, Belgrad wartet. Eine halbe Stunde dauert die Fahrt. 8000 Zuschauer fasst die Halle. Zuschauer gibt’s aber nicht. Die gesamte Vorbereitung keine Testspiele mit Zuschauern. Hier heißt‘s „Sorry, geschlosse Gesellschaft!“. Anders als bei uns und alles eine Nummer größer.

Inzwischen ist es ziemlich genau Mitternacht. Gerade sind wir wieder in der Unterkunft zurück. Dazwischen gab es unterwegs kein Internet, dafür aber eine Lehrstunde von einem starken RedStar Team. 54:100 hieß es am Ende. Eigentlich - und das hört sich komisch an - war es besser, als die zweite Halbzeit gegen FMP, aber in Sachen Physis und Intensität hat man gesehen, was uns ganz deutlich von Europas Top-Clubs trennt.

Danach ging’s dann für Spieler und „Stab“ getrennte Wege. Ein bisschen den letzten Abend in Belgrad ausklingen lassen. Für die Jungs vielleicht auch Mal wichtig, Themen untereinander auf den Tisch zu bringen. Bei den Coaches, den Betreuern und uns gab‘s serbisches Essen und serbische Folklore - viele melancholische Lieder, durchaus nicht unpassend zum Resultat des Abends.

Jetzt wieder in der Herberge ist das Ganze noch immer im Kopf. Es gibt noch extrem viel zu tun. Die Jungs müssen nicht nur die Systeme, sondern auch ihre Rollen finden. Eine gemeinsame Einstellung, eine gemeinsame Identität. Aktuell ist alles noch in Arbeit und die Geschichte der BBL Saison beginnt für uns in einem leeren Buch. Unser Team, unsere Geschichte. Schauen wir, wie sie geschrieben wird.

Dienstag, 28.08.2018 - Trainingstag zwischen den Spielen

Aufgewacht um Acht. Die Niederlage des Vorabend ist schon halb verdaut, sitzt aber immer noch stichelnd im Hinterkopf. Nach einem guten Frühstück sieht der Tag dann aber auch schon besser aus. Sogar die Sonne kommt inzwischen raus und Belgrad sieht gleich mehr wie Belgrad aus. Für uns geht’s um 11.30 Uhr ins Training. Schwerpunkt ist das Verhalten im Schnellangriff. Da hat die Abstimmung gestern noch nicht wirklich gestimmt. Anschließend Krafttraining im Old-Style Kraftraum von FMP, um sich dann auch das Mittagessen zu verdienen.

Es folgt ein langer, freier Nachmittag. Mal raus in die Sonne und den Dutzenden von Straßenhunden zuschauen, die durch die Straßen und um die Halle tapsen. Um 19.00 Uhr folgt das zweite Training. Diesmal wird an der Abstimmung in Defensive und Offensive gearbeitet. Sieht gut aus. Muss es auch, denn schließlich wird Roter Stern morgen noch eine ganz andere Hausnummer. Jetzt noch Abendessen und ab ins Bett. Bin gespannt auf morgen.

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Montag, 27.08.2018 – Testspiel

Würstchen im Schlafrock? Das war echt mal was anderes zum Frühstück! Natürlich gab es auch andere leckere Sachen zur Stärkung, bevor um 11.30 Uhr Training angesagt war. Und weil die 75-Minütige Einheit bei Tuomas nicht genug war, haben unsere vier Youngster Liam, Benni, Aleksa und Sören noch eine Runde Zwei-gegen-zwei drangehängt. Mittagessen gabs quasi direkt nach dem Training, um möglichst viel Zeit bis zum Testspiel am frühen Abend zu haben. Viel Vorbereitung war aber nicht angesagt, rund 45 Minuten vor dem Tip-Off (17:30 Uhr), denn wie sagte ein russischer Trainer mal zu mir: "Wenn Fuchs kommt, muss Hase stretchen?"

Im Spiel selber ging es wie schon gegen Ehingen darum, die Trainingsfortschritte der immer noch jungen Vorbereitung im Wettkampf auf die Probe zu stellen. Das ging in der ersten Halbzeit dann auch ganz gut los, nach der Pause haben die Jungs dann aber vollkommen den Faden verloren. Das muss natürlich noch besser werden, dementsprechend wird weiter an der Abstimmung gearbeitet! Achja, das Spiel gegen FMP haben wir dann letztendlich deutlich mit 95:78 verloren. Abendbrot haben die Jungs trotzdem bekommen, ein bisschen Frustessen muss ja auch mal sein. Die Videoanalyse gab es als Betthupferl noch dazu, um in den Trainingseinheiten am Dienstag weiter an den Aufgaben zu feilen.

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Sonntag, 26.08.2018 – Anreise

Zum Start unserer Reise haben wir alle Staus auf dem Weg zum Flughafen erfolgreich und sicher umschifft. Da wir somit ohnehin sehr zeitig am Baden-Airport in Karlsruhe angekommen waren, hatte natürlich der Flieger noch 35 Minuten Verspätung, sodass wir ausreichend Wartezeit zu überbrücken hatten. Ansonsten hat alles reibungslos funktioniert, Check-In, Flug, alles super. Bei einem Flug in den Süden hat man ja so seine Vorstellungen, wie dort erst das Wetter sein wird, wenn es hier schon so schön war in den letzten Wochen. Die Wetterprognose hatte zwar „bedeckt“ für Belgrad gemeldet, aber die Regenfälle, die uns dort empfingen, hat man noch nicht erlebt. Wahre Wassermassen kamen vom Himmel und machten die weitere Reise zu einem kleinen Erlebnis. Das Wasser stand auf der Straße und man musste sich mit dem Auto richtig durch die Fluten kämpfen.So sind wir dann auch erst nach Mitternacht in der Anlage in Želesnik angekommen, wo für uns noch Schnitzelburger als kleiner Gute Nacht-Snack vorbereitet war. Nach mehr als achteinhalb Stunden Anreise war der Tag dann aber auch lang genug, um bald ins Bett zu fallen. Schließlich geht es heute um 11.30 Uhr schon zur ersten Trainingseinheit.

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